TANDEM en la tele alemana: Jobsucher im Deutschlandfieber

El enorme interés despertado entre nosotros por las oportunidades de trabajo en Alemania ha alcanzado un importante eco en los medios germanos. Buena prueba es este reportaje de la tele alemana sobre la ‘fiebre’ de los parados españoles por aprender alemán y viajar al país.

Os ofrecemos la transcripción de reportaje, en el que participan la directora de TANDEM Madrid, Begoña Llovet y Silvia Carmona, profesora de alemán, además de alumnos de la escuela que aparecen en nuestras aulas.

Podéis ver el programa completo en este link.

Transcripción:

Schüler: «Damit ich wieder zu arbeiten? Arbeiten.»
Lehrerin: «Damit ich wieder arbeite. In Deutschland, oder wo? Hast Du schon
einmal in Deutschland gearbeitet?»
Schüler: «Nein. Ich bin arbeitslos in Spanien.»
Lehrerin: «Aah, damit ich wieder eine Arbeit finde. – Nur ‘finde’ – kein
‘zu’.»

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Wer sich als Spanier ins Dickicht der deutschen Grammatik vorwagt, der muss schon einen ernsten Grund haben. Deutsch gilt hier nach wie vor als schwere Sprache. Alejandro García hat einen Grund: Er will nach Deutschland auswandern. Seit er seine Arbeit als Elektroingenieur verloren hat, geht er morgens statt in die Firma in den Sprachkurs. Zurück an der Tafel – ein ungewohntes Lebensgefühl, das er derzeit mit vielen teilt.

Alejandro García Hernandéz, Arbeitsloser:
«Ich komme mir vor, als wäre ich noch mal 20. In Spanien ist es für mich so schwierig, wieder Arbeit zu finden. Da fällt es mir leicht, nach Deutschland auszuwandern.»

Alejandro hat zwei Kinder, die nicht wissen, dass er arbeitslos ist. Wenn Papa sich mit seinem Wägelchen auf den Weg macht, dann sieht es für sie aus, als ginge er noch immer wie früher zur Arbeit. Damit die Illusion nicht zerbricht, können wir ihn nicht bei sich zuhause treffen, sondern nur im Café. Groß geworden in Spaniens Boomphase, hatte Alejandros Generation Arbeitslosigkeit nie eingeplant.

Alejandro García, Elektroingenieur:
«Ich dachte, diese Epoche hätten wir in Spanien hinter uns. Wir hatten doch Jahre des Wohlstands. Und wer hätte geglaubt, dass es noch einmal anders werden würde. In meinem Beruf habe ich mich immer aufs Arbeiten beschränkt und dabei nicht weiter über mögliche Probleme nachgedacht. Bis dann die Wirtschaftskrise kam. Und jetzt reden alle in Spanien nur noch von Deutschland – als einzigen Weg zurück auf den Arbeitsmarkt.»

Den Ausweg preist auch der Prospekt der Sprachschule: «Alemania Busca» steht da – Deutschland sucht, und zwar Arbeitskräfte, also lernt Deutsch. Seit Anfang des Jahres gibt es einen Ansturm auf Deutschkurse. Es sind vor allem Hochschulabsolventen wie Alejandro, die ins gelobte Land der Jobs reisen wollen. Vor drei Jahren hätte keiner von ihnen im Traum daran gedacht, außerhalb Spaniens zu arbeiten.

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Begona Llovet, Leiterin Sprachschule Tandem:
«Ich finde es sehr wichtig, dass wir Spanier lernen, uns zu bewegen, im Beruf flexibel zu sein, andere Länder kennenzulernen und dabei Erfahrungen zu sammeln. Denn bisher waren viele von uns zwar hochqualifiziert, doch sehr unbeweglich und wenig geneigt, uns auch einmal woanders umzusehen, selbst innerhalb Spaniens.»

Die Krise zwingt tausende Akademiker wie Alejandro, etwas Neues zu probieren, was sie vorher nicht nötig hatten. Aber so ganz neu ist das, was jetzt geschieht, auch wieder nicht. Jedenfalls nicht für Silvia Carmona, einer der Deutschlehrerinnen.

Geboren und aufgewachsen in Pforzheim, wo sich in den 60er Jahren ihre Eltern kennengelernt hatten. Der Vater kam aus Barcelona, die Mutter aus Madrid – aus einem bitterarmen Spanien. Dementsprechend genügsam waren die Vertragsarbeiter der ersten Generation. Dass viele etwa zunächst einmal in Gemeinschaftsunterkünften leben mussten, war damals keine große Zumutung. Sparen statt leben, aber immer mit einem großen Ziel vor Augen.

Ein Neuanfang im anderen Land

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Silvia Carmona, Deutschlehrerin:
«Also ich bin aufgewachsen immer mit diesem Spruch: ‘Und dann gehen wir nach Spanien.’ – ‘Und wenn wir nach Spanien zurückgehen…’. Also das war immer klar für meine Eltern, dass sie am Ende ihrer Arbeitszeit, also wenn sie Rente bekommen, dass sie dann nach Spanien zurückgehen. Und ich weiß von ganz klein, wenn mich die Leute gefragt haben: ‘Was willst Du machen, wenn du groß bist?’ Da hab ich immer gesagt: ‘Ich geh nach Spanien.’ Also, das war so drin.»

Ihr Familienalbum erzählt auch von dem rasanten Wandel in Spanien: Mit ihrem Ersparten kauften Silvias Eltern eine Wohnung am Mittelmeer und später noch eine in Madrid. Die einstmals armen Auswanderer trugen bei zu dem gewaltigen Bauboom, der Spanien bis vor kurzem ein scheinbar endloses Wachstum bescherte. Diese Geschichte ist zu Ende.

Für Alejandro aber sieht es aus, als finge jetzt alles noch einmal von vorne an: «Hier», ich habe einen Film mitgebracht, «den ich als Kind gerne gesehen habe. Damals fand ich das einfach nur lustig. Aber jetzt denke ich, ich erlebe etwas Ähnliches.»

«Vente a Alemania, Pepe!» «Komm nach Deutschland, Pepe», heißt dieser spanische Klassiker. Der Held Pepe folgt diesem Lockruf. Kaum angekommen in München, stolpert er, wie kann es anders sein, unbedarft in allerhand Abenteuer:
«Hola, Buenas!» – «Oh, was ist das für ein komischer Mann. Und so klein!» – «Ist bestimmt ein Spanier.» – «Spanisch hablan?» – «Habe ich Dir nicht gesagt, er ist spanisch?»

Ganz so hilflos wie Pepe will Alejandro nicht sein. Bevor er sich auf den Weg nach Deutschland macht, wird er noch mehr Deutsch lernen. Aber eigentlich, findet er, könne man von der Filmfigur durchaus lernen, wo es lang geht.

Auf dem Weg nach Deutschland?

Alejandro García:
«Dieser Pepe aus dem Film, das ist zwar ein naiver Mensch, der nicht viel von der Welt gesehen hat. Er hat immer nur in diesem sehr ländlichen, rückständigen Spanien gelebt. Als er aber nach Deutschland kommt, da eröffnet sich ihm eine ganz neue Welt. Und da er wie die meisten Spanier sehr ehrlich und fleißig ist, findet er leicht Arbeit. Denn für uns Spanier ist die Naivität in Wahrheit unsere wichtigste Waffe. Und damit setzen wir uns durch, wohin wir auch kommen.»

Eine Stelle als Ingenieur zu finden, das sei ja wohl nicht schwer in Deutschland. Und wenn er das geschafft hat, dann wird Alejandro auch seinen beiden die Kindern die Wahrheit erzählen müssen.

Autor: Thomas Schneider, ARD-Madrid

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